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Interview im Japanischen Radio

Aktualisiert: 25. Apr 2020

皆さん, こんにちは! Minasan, konnichiwa! Hallo, alle zusammen! 🌸


Mein Highlight aus dieser Woche war der Besuch in dem Radio-Studio "FM797 Kyoto Sanjo Radio Cafe". Dort hat mich mein Chef Jo Ishida über meine Zeit in Japan interviewt. Ich war ziemlich nervös, denn das Interview haben wir komplett auf Japanisch geführt. Das Interview wurde anschließend auch auf der Radio-Website hochgeladen: http://radiocafe.jp/200907001/episodes/2020-4-23oa/

Ich dachte mir, ich übersetze das Ganze einfach mal und wer sich das Interview anhören möchte, kann hier nachlesen, worüber wir reden. Viel Spaß! 😉

Jo Ishida: Hallo allerseits. Es ist Zeit für "Heute und das Radio". An jedem 4. Donnerstag des Monats laden wir in diesem Programm Menschen ein, die sich mit der Kunst, nicht nur als Kunst selbst, sondern auch Kunst als Bewegung, beschäftigen. Es ist ein Interviewformat mit dem Namen "Art Jo Story". Mein Name ist Ishida Jo und unser heutiger Gast kommt aus Deutschland. Kira Schmidt ist eine Praktikantin bei der "Kyoto Society for Interart Exchange JARFO". Bitte freuen Sie sich auf ihr Japanisch, welches sie in den letzten 7 Monaten hier in Kyoto gelernt hat. Ich freue mich darauf, mit Dir zusammenzuarbeiten.

Ich: Danke für die Zusammenarbeit.


Bitte stell Dich uns einmal vor.

Guten Abend! Das ist das deutsche Wort für „Konbanwa“. Ich bin Kira Schmidt, bin 18 Jahre alt und komme aus Deutschland. Ich wurde in Rostock, eine Stadt im Norden Deutschlands, geboren. Im letzten Jahr habe ich dort mein Abitur gemacht. Ich freue mich darauf, heute mit Ihnen zusammenzuarbeiten.


Auf eine gute Zusammenarbeit. Dieses Programm wird von Takano Co., Ltd. gesendet. Hören wir uns nun ein Lied an. Lied spielt


Lasst uns nun mit der „Gastecke“ beginnen. Unser Gast in diesem Monat ist Kira Schmidt, die ich zu Beginn des Programms vorgestellt habe. Sie ist eine Praktikantin der Kyoto Society for Interart Exchange JARFO und des WANG Interart Museums. Kira, warum hast Du Kyoto als Dein Trainingsziel gewählt?

Schon als Kind begann ich mich für Japan zu interessieren. Alles begann mit Animes und Mangas.


Mangas und Animes gibt es also auch in Deutschland?

Ja, es gibt zum Beispiel Animes im deutschen Fernsehen. Ich selbst habe früher zum Beispiel "Pokémon" und "Naruto" gesehen. Aber schon bald interessierte ich mich mehr für Japan und die japanische Kultur. Ich bin 2017 zum ersten Mal nach Japan gekommen. Zu dieser Zeit verbrachte ich eine Woche in Kyoto und die Eindrücke, die ich in dieser kurzen Zeit erhielt, bleiben mir stark in Erinnerung. Seitdem wollte ich einfach mehr über Japan wissen. Viele deutsche Absolventen gehen nach dem Schulabschluss für eine Weile ins Ausland.


Wie lange bleiben die Absolventen im Ausland?

Ungefähr für ein Jahr.


Ein Jahr im Ausland also. Sicher sind auch viele Absolventen von Deiner Schule ins Ausland gegangen. Wo verbringt ihr das Auslandsjahr? Hauptsächlich in Europa oder auch in Asien?Ja, auch in Asien. Viele gehen nach Amerika und Australien. Aber ich denke, asiatische Länder werden immer beliebter. Zum Beispiel Korea, Thailand oder Japan. Ich selbst habe mich dazu entschieden nach Japan zukommen.


Warst Du schon mal in einem anderen asiatischen Land?

Nein, bisher nicht.


Also ist Japan Dein erster Besuch eines asiatisches Landes?

Ja, genau.


Wie bist Du auf JARFO gekommen?

JARFO hat eine tiefe Verbindung zu meiner Heimatstadt. JARFOs Ziel ist es, Künstler und den internationalen Austausch zu fördern. Deshalb veranstaltet JARFO zusammen mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Rostock seit 2007 das "Art Rainbow Projekt".


Wofür steht das "Art Rainbow Projekt"?

Art Rainbow“ bedeutet, Länder und Menschen durch Kunst über Grenzen hinweg zu verbinden. Dieses Projekt ist ein jährlicher Künstleraustausch, der zwischen Rostock und Kyoto wechselt. 2018 wurde das Projekt in Rostock durchgeführt. Zu dieser Zeit traf ich auf Herrn Ishida Jo. Zu dieser Zeit stand ich vor meinen letzten beiden Schuljahren und vor der Frage, was ich danach tun soll. Während des Projektes ergab sich die Möglichkeit, dass ich nach meinem Abitur ein Praktikum bei JARFO machen könnte. Hier in Japan ist es nun mein Ziel, nicht nur die Sprache zu lernen, sondern auch die Geschichte und Kultur Japans kennenzulernen.


Ich erinnerte mich daran. Kira macht derzeit ihr Praktikum bei JARFO. Nach einer kleinen Musikpause möchte ich mehr darüber hören. Kira hat uns heute ein Lied mitgebracht. Hören wir nun das Lied "Big In Japan", welches 1984 von der deutschen Popband "alphaville" veröffentlicht wurde. Lied spielt


Machen wir mit der zweiten Hälfte der „Gastecke“ weiter. Kira, was machst Du während deines Praktikums?

Mein Praktikum beginnt um 11 Uhr. Zuerst stelle ich das Eingangsschild raus und sauge gegebenenfalls den 1. und 2. Stock des Museums. Danach mache ich für alle Kaffee. Die Mitarbeiter sagen deshalb aus Spaß, dass jeden Morgen „Kiras Coffeeshop“ öffnet. Anschließend erledige ich Aufgaben, die eben so anstehen: das Verfassen von E-Mails, das Begrüßen von Gästen usw. Außerdem lerne ich jeden Tag ungefähr 2 Stunden Japanisch.


Gehst Du auch ans Telefon?

Telefonieren ist etwas schwierig.


Das ist schwierig. Ich verstehe. Es ist schwer zu reden, oder? Aber kannst Du japanisch im Allgemeinen verstehen?

Auch das ist schwierig, aber ich bin dabei, mich zu verbessern.


Wie sieht es im Alltag aus, findest Du Dich dort gut mit Japanisch zurecht?

Ja, im allgemeinen verstehe ich Japanisch im Alltag gut.


Nach 7 Monaten, unglaublich. Du lernst also 2 Stunden während des Praktikums. Was hast Du bisher gelernt?

Ich habe mit den Grundlagen von Hiragana und Katakana angefangen und lerne nun Kanji. Derzeit konzentriere ich mich auf das Lesen. Es ist jedoch schwer, sich daran zu gewöhnen, da die deutsche und die japanische Aussprache sehr unterschiedlich sind.


Ja, die Aussprache ist anders. Natürlich ist es schwierig, schließlich kommst Du aus einem anderen Land.

Genau.


Du kannst also Hiragana, Katakana und Kanji lesen. Der beste Weg das zu üben ist das Lernen mit Texten. Du hast sicherlich ein paar gelesen. Meine nächste Frage ist: Welcher Text hat Dich während des Lernens beeindruckt?

Ich habe in einem Buch namens „modernes Japanisch“ etwas über Urushi (Lack) gelernt. Urushi wurde von der Feldwespe während der Jomon-Zeit entdeckt. Urushi kann nicht nur als Farbe, sondern auch als Klebstoff und Medizin verwendet werden.


Das ist unglaublich. Sicher wissen das selbst viele Japaner nicht. Gab es noch andere interessante Texte?

Ja, einer hieß "Freiwillige(r), der erste Schritt".


"Freiwillige(r), der erste Schritt". Was meint das?

Darin schreibt Kuroyanagi Tetsuko über ein französisches Gedicht: „Man wird geboren, um etwas Kleines für Menschen zu tun.“ Die Autorin schreibt dazu: „Ich glaube zu dieser Kleinigkeit gehört auch die Tätigkeit als Freiwillige(r).“


Kuroyanagi Tetsuko schrieb dieses Essay, derzeit ist die Autorin häufig im Fernsehen zu sehen. Sie sagt also, dass man durch Freiwilligkeit etwas für andere Menschen tun kann.

Das denke ich auch. Unmittelbar nach dem Lesen dieser Geschichte begann ich, einem Kind aus der Nachbarschaft Englisch beizubringen.


Einem Kind aus der Nachbarschaft? Wo wohnst Du denn derzeit?

Ich wohne in der Nähe der Teramachi-dori.


Dort bringst Du einem Kind Englisch bei?

Ja.


Wie alt ist das Kind?

Es ist 5 Jahre alt


Diesen Text wirst Du in Deinem Leben sicherlich nicht vergessen.

Genau.


Kommen wir noch einmal zurück zu Deinem Praktikum. Was machst Du sonst noch während Deines Praktikums? Baust Du neue Ausstellungen auf?

Ja, ich helfe bei der Installation neuer Ausstellungen und mache zum Beispiel auch Schilder auf denen die Titel der Kunstwerke stehen.


Es ist 7 Monate her, seitdem Du nach Japan gekommen bist. Kira, gibt es einen Unterschied zwischen dem Leben in Deutschland und Japan?

Ja, den gibt es. Wenn Japaner zum Beispiel essen geht, bestellen sie viele verschiedene Gerichte für alle. Jeder kann von jedem Gericht etwas essen. In Deutschland bestellt jeder immer sein eigenes Essen. Aber wenn ich zurück in Deutschland bin, möchte ich das mit meiner Familie auch so machen. Ich denke, es ist viel besser, verschiedene Dinge probieren zu können, als nur ein Gericht zu essen.


In asiatischen Ländern ist es üblich, dass alle zusammen bestellen. In Europa macht jeder seine eigenen Bestellungen. In Japan wird mit Stäbchen gegessen, aber wegen Corona, kann es gefährlich sein, wenn sich alle etwas vom selben Teller nehmen. Wir haben über viele verschiedene Themen gesprochen, aber jetzt müssen wir langsam zum Ende kommen. Kira, wann wirst Du nach Deutschland zurückkehren?

Ich werde am 10. Juni nach Deutschland zurückfliegen.


Du bleibst also noch ca. 2 Monate. Dauert auch Dein Praktikum noch 2 Monate?

Nein, das Praktikum endet am 10. Mai.


7 Monate warst Du nun schon hier. Wo bist Du in dieser Zeit gewesen? Hast Du Dir verschiedene Orte angesehen?

Ja, ich war zum Beispiel beim Heian-Schrein, der Burg Nijo und beim Fushimi Inari Schrein.


Du hast viel gesehen. Was hat Dir am besten gefallen?

Ich mag den Fushimi-Inari Schrein sehr gerne.


Der Fushimi-Inari Schrein also. Kira, ich danke Dir für das heutige Interview!

Gern geschehen!


Noch eine letzte Frage: Wenn Du nach Deutschland zurückkehrst, gehst Du an die Rostocker Universität?

Ja, das habe ich vor.


Was möchtest Du dort studieren?

Ich möchte "Medien und Kommunikation" studieren.


Ich verstehe! Ich wünsche Dir viel Glück! Danke für das heutige Gespräch!

Gern geschehen!


Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim zuhören und lesen. 🙈


次回まで! Jikai made! Bis zum nächsten mal! 💕

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